Fakten zum Beginn des bio-logischen Bauens in Österreich und die „Kremser Wiege“

Der Beginn des biologischen Bauens in Österreich und die „Kremser Wiege“

Architekt Peter Schmid arbeitete an einem Forschungsauftrag des Bautenministeriums Gesunde Umweltgestaltung anbegonnen am 21. März 1968, abgeschloßen am 1. Juli 1970 (218 Seiten, illustriert mit Bibliographie). Ministerialrat Dipl.-Ing. Adolf Vlcek, Sektionsrat Dipl.-Ing. Emil Dübell.

Eine Wanderausstellung über das Gesunde Bauen und Wohnen wurde 1968-1969, (gefördert vom Österreichischen Holzforschungsinstitut durch zur Verfügung gestellte 100x100cm messende Paneele) an verschiedenen Orten in Österreich gezeigt.

Im Rahmen des Forschungsauftrages wurde Beginn 1969 eine Tagung über Baubiologie in Konstanz besucht, zu der Professor Schmid durch Dr.med. Hubert Palm persönlich eingeladen wurde (auf Grund seiner Artikelserie über IBA in der österreichischen Reformer-Zeitung), und weiterhin wurde eine Studienreise durch Österreich, Deutschland und die Schweiz im Sommer 1969 durchgeführt mit zahlreichen Befragungen von Fachleuten auf verschiedenen Gebieten, zumeist gesundheitsbewusst tätig, wobei ein Fragebogen angewendet wurde  

Die wahrscheinlich erste Internationale Fachtagung Gesundes Bauen Gesundes Wohnen fand von 4. – 5. Mai 1970 im Österreichischen Bauzentrum, damals im Palais Liechtenstein in Wien mit 12 Sprechern aus allen deutschsprechenden Ländern statt. Der damals zuständige Direktor war Dipl.-Ing. Kurt Jirasko

Die Fachtagung war von einer aufklärenden, forschungs- und lehrorientierten Ausstellung begleitet sowie von einer Verkaufsausstellung von Ausstellern des Bauzentrums, die damals – in bescheidenen Umfang – gesunde und umweltschonende Materialien und Bauprodukte anbieten konnten. Die Bau-Industrie, vertreten durch Aussteller im Bauzentrum befürchteten offenbar, dass die Tagung Tatsachen über die Risikos oder gar Gefahren bei der Anwendung mancher gängiger Bauprodukte ans Tageslicht bringen könnte und wollte die Tagung (in ihrem Zentrum) noch kurz vor Beginn verhindern. Schließlich konnte in einer Ad-hoc-Beratung ein Kompromiss gefunden werden der im Ausschluss von Reportern und der (Fach)-Presse gipfelte.

Der Tagung in Wien folgten Tagungen mit den einschlägigen Ausstellungen in den anderen Österreichischen Bauzentren in Graz, Linz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck in 1970-71

Socrates Dimitriou und Friedrich Achleitner würdigten die Vorstöße in damals noch kaum erkannte Gebiete der Architektur im Verhältnis zur Gesundheit in der Fach- und Tagespresse (bauforum und die Presse)1970.

In jener Zeit (1965-1972) lehrte Professor Peter Schmid an der Bauschule, der  HTBLA – Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Krems an der Donau. Aus dem durch ihn betreuten Jahrgang fanden sich die Studenten Helmut DeubnerRoland Gnaiger, Peter Kuglstätter, Manfred Renhardt, Dietmar Steiner (in Zusammenarbeit mit Leonhard Danzer) bereit, unter seiner Leitung in Teamarbeit im Auftrag der Gesellschaft für biologische und psychosomatische Medizin ein Vorbildprojekt, IBASAN genannt, auszuarbeiten. (Die meisten dieser damaligen Studenten profilierten sich später als hervorragende und bekannt gewordene Experten, sodass der Name die Kremser Wiege für die Zeit und die betroffenen Personen entstand. Das IBASAN wurde nie gebaut aber vielleicht wohl hundertfach publiziert).

Zu den, das Projekt und die Ideen unterstützenden Personen gehörten neben dem Direktor Franz Johannes Scala, als Repräsentant des Auftraggebers (in alphabetischer Reihenfolge) Primarius Dr.med. Leopold Altmann, Dr. Johannes Bischko, Dr. Mathias Dorcsi, Prof. Dr. Konrad Lorenz, , Prof. Dr. Gertrud Pleskot, der Dichter Günther Schwab, DDr. Fritz Vering, Dr. Heinrich Wallnöfer sowie der damalige Apostolische Nuntius von Wien. 

Die ersten – mittlerweile historischen – Realisierungen (neben zahlreichen Entwürfen die in jener Zeit entstanden und in Ausstellungen gezeigt wurden):

– Waldsiedlung Purkersdorf bei Wien, Nieder-Österreich,

– Viktorhof, Peter Prasser, Kappel am Krappfeld, Kärnten,

– Arzt- und Wohnhaus Josef Frank, Wien

– Bauernhof Franz Schuster,  Hollenthon, Nieder-Österreich,

– Einfamilienhaus Dieter Schenk, Hof ganz oben in Bayern, Deutschland,

Die internationale Zeitschrift Bauen+Wohnen – Construction+Habitation – Building+Home berichtete über dieses Werk Beginn 1979.

Der in 1966 in Wien gemeinsam mit Mag.arch.Ing. Maria Schmid Miejska gegründeten IBA Studiengemeinschaft für integrale bio-logische Architektur (abgelöst in den frühen 80er Jahren durch das Österreichische Institut für Baubiologie und Ökologie – IBO) folgten 1973 die Genootschap voor Gezond Bouwen en Wonen – GGB&W in Belgien und nach langer Vorbereitung in 1976 die VIBA – Vereiniging Integrale Bio-Logische Architectuur in den Niederlanden, die danach bald die Stiftung VIBA-EXPO ins Leben rief, wohl die grösste Dauerausstellung, heute bekannt als Service-Institut für Nachhaltiges Bauen in ´s-Hertogenbosch. 

In jenen Jahren war auch eine SIBA – Studievereniging Integrale Bio-logische Architectuur an der Technischen Universität Eindhoven (TU-e) aktiv und realisierte sogar ein Gemeinschaftsgebäude für eine Wohngruppe in Belgien

In der Zwischenzeit erhielt Peter Schmid die königliche Berufung als ordentlicher Universitätsprofessor für Aus-Bau-Technik nach Eindhoven, NL aufgrund seiner sehr zu würdigenden (Reichsbaumeister Wim Quist), intensiven Praxis als Architekt, seiner erfolgreichen Lehrerfahrung und der abgeschlossenen (grenzüberschreitenden) Forschungsarbeit.

IBA sowie die belgische und niederländische Vereinigung organisierten weiterhin Tagungen oft im Zusammenhang mit Workshops mit Hilfe der Methode Holistische Partizipation – MHP (Logo) und mitunter auch Ausstellungen vor allem in Österreich und den Niederlanden. Zwei Wanderausstellungen durch die VIBA zusammengestellt, reisten innerhalb der BeNeLux, aber auch in Deutschland und Frankreich von 1977 an, dem Jahr in dem der International Humane Ecological Building Congress and der TH Eindhoven in Zusammenarbeit mit VIBA stattfand.

Ergebnisse im Bereich des Nachhaltigen Bauens im Licht der Integralen Bio-Logischen Architektur:

– Eine Reihe von Entwürfen vom Möbel bis zu Siedlungen und Stadterneuerungen 

– Pyramidenwohnhaus mit Yogaraum unter der Spitze im Norden, NL,

– Vegetationsbedecktes Wohnhaus, Woonbos (Wohnwald), Lieshout, NL,

–  Einfamilienwohnhaus in Vollholz innerhalb einer vom Bauamt geforderten gemauerten Außenhaut, Dommelen, NL,

– Wohnhaus mit Praxis und ökologischem Garten, Uden, NL,

– Bewohnbarmachung (Transformation) eines alten Weinpresshäuschens in Ungarn

– Bau eines Wohn- und Atelierhauses in Ungarn

Betreuung von rund 50 Dissertanten, 24 mal Doktorvater